Skype erklärt sich zur Zusammenarbeit mit Strafbehörden bereit
Da scheint das milliardenschwere Angebot der National Security Agency (NSA) vor wenigen Wochen wohl Früchte getragen zu haben.
Nach US-Medienberichten hat Skype nun bekanntgegeben, mit den deutschen Strafbehören zusammenarbeiten zu wollen, um so die Bekämpfung von Terror durch die Abhörung von VoIP-Telefongesprächen leichter von der Hand gehen zu lassen. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Backdoor, welche den Behörden die Möglichkeit gibt, Telefongespräche über das Internet abzuhören.
Dabei gilt das Interesse nicht nur unseren Strafbehören, auch die italienische Regierung lechzt nach einer Möglichkeit, Skype-Telefonate abzuhören zu können. Offensichtlich nutzen organisierte Kriminelle in Italien zunehmen die VoIP-Telefonie über Skype, um so der Überwachung durch die Behörden aus dem Weg zu gehen.
Die Datenverschlüsselung von Skype ist bisher ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis der Skype Technologies S.A., eine Tochtergesellschaft von eBay. Bislang hatten Spezialisten keine Chance, die Verschlüsselung zu knacken, selbst professionell angelegte Studien blieben erfolgslos.
Dazu eine Stellungnahme aus eigener Feder, die ich beim Partnerblog www.klopfzeilen.de veröffentlicht habe:
Sehr interessant und geheimnisvoll die Thematik rund um Skype und dessen Verschlüsselungsmechanismen. Es gab ja schon einige professionell angelegte Studien zu Skype, wie die Algorithmen funktionieren und was Skype wirklich auf dem Computer treibt… Fazit: Renommierte IT-Wissenschaftler haben es nicht geschafft, die Verschlüsselung von Skype zu knacken. Es konnten lediglich einige Eckdaten erfasst werden, wie zum Beispiel die Feststellung, dass die Algorithmen polymorph arbeiten, oder ungefähre Funktionsweisen der Verschlüsselung.
Selbst Debugger haben bei Skype keine Chance, es werden nur die nötigsten Bytes im Arbeitsspeicher entschlüsselt, welche keine konkreten Hinweise über die Funktionsweise liefern.
Man sieht also, die Skype-Macher sind fähige Programmierer und Kryptologen, die ihr Handwerk definitv verstehen. Verständlich, dass eine derartige Technologie der amerikanischer Regierung Milliarden wert ist.
Ich plädiere für die weitere Geheimhaltung der Algorithmen, auch wenn dies offensichtlich im Widerspruch zur Datenspeicherung oder der Spionage des eigenen Systems steht - schließlich weiß niemand so recht, was Skype auf dem Computer so anstellt. Aber immer noch besser, als eine aufstrebende “Staatssicherheit reloaded”in Amerika, wie wir Deutschen es bereits vor einigen Jahren vorgemacht haben, oder?
So bleiben die Algorithmen von Skype weiterhin ein teures Geheimnis, dessen Verkauf an die Strafverfolgungsbehören Skype in die frühzeitige Rente bringen könnte.
Ich persönlich habe gehofft, dass Skype nicht auf die Angebote der Regierung eingehen wird, diese Hoffnung ist mit dieser Nachricht jedoch leider den Bach runter gegangen. Dann eben zurück zur totalen Überwachung!
Mehr dazu:
- Europäische Strafermittler wollen VoIP-Gespräche abhören können - Artikel auf heise.de