Standards spielen eine wichtige Rolle in unserem Leben. Ob es die Normierung von Toastscheiben oder die Breite von Klopapier ist - gerade am Browsermarkt hat da jeder so seine eigene Wurst. Und das trotz existierender Standards.
Mit steigender Anzahl an Konkurrenz und somit der Browser machten sich immer mehr Differenzen zwischen den jeweiligen Browsern bemerkbar, Darstellungsunterschiede und Layoutverschiebungen zerrten und zerren an den Nerven der Website-Programmierer.
Und es kam, wie es kommen musste. Plötzlich schreite man ganz laut nach klaren Standards und nach der Forderung, sich als Browserhersteller sowie Programmierer künftig daran zu halten. Schriftzüge und Buttons wie “This page is valid XHTML 1.0″ dominieren zunehmend die Websites und Hersteller bemühen sich um eine gute Umsetzung der Standards.
Aber wie gut setzen die heutigen Browser die Regeln des Standardkonsortiums auch wirklich um?
Seit 1998 existiert ein Browsertest, der später auch in die offizielle Testreihe des W3C aufgenommen wurde. Damals noch in der ersten Version, genannt Acid, prüfte dieser die Rendering-Engines verschiedener Browser auf deren korrekte Umsetzung geltender Standards.
Seitdem hat sich dieser Browsertest stetig weiter entwickelt, mittlerweile schon in der Version 3, stellt Acid einen repräsentativen und professionellen Browsertest dar, bei dem selbst moderne Browser ins Schwitzen kommen.
In der zweiten Version, Acid2, wird der Browser überwiegend auf dessen CSS-Konformität getestet, indem ein mit CSS generierter Smiley gerendert wird. Entspricht der dargestellte Smiley nicht dem Referenzbild, hat der Browser die geltenden Standards somit nicht vollständig oder nicht korrekt umgesetzt.
An diesem Test scheitert der Microsoft Internet Explorer 6.0 sowie Version 7.0 als auch Mozilla Firefox 1.5 und 2.0. Erst Firefox 3.0 und Opera 9.0 bestehen diesen Test erfolgreich. Microsoft ist hierbei komplett aus dem Rennen. Man sieht also, bereits an Acid2 haben selbst Mainstream-Browser zu knabbern gehabt.
Im Februar 2008 wurde vom W3C schließlich Acid3 veröffentlicht. Anders als Acid2 konzentriert sich der dritte Acid-Test auf interaktive Webseiten und testet dementsprechend primär DOM Level 2 und ECMAScript. Der Test wird diesmal in Punkten ausgewertet, maximal sind 100 Punkte zu erreichen.
Und jetzt wird’s interessant: Nur einer der aktuellen (stabilen) Browser erreicht die volle Punktzahl von 100 Punkten. Und dabei handelt es sich weder um IE, Firefox oder Opera. Es handelt sich um eine modifizierte Version von Google Chrome, Iron genannt.
Iron verwendet in der Version 2.0 als Rendering-Engine “WebKit”, welche ursprünglich in Apples Safari zum Einsatz gekommen ist und mittlerweile auch in Google Chrome werkelt. Dabei handelt es sich um eine neuere Version von WebKit, Google Chrome verwendet eine ältere Version, die nicht die volle Punktzahl des Acid3-Tests erreicht.
Blickt man jedoch auf einige Vorschauversionen künftiger Browser, erreicht auch Opera in der Version 10 die Maximalpunktzahl, gefolgt von Google Chrome 2.0 sowie Safari 3.x (Nightly Build vom 26. März 2008). Firefox erreicht selbst in Version 3 (Stable) nur eine Punktzahl von 70 Punkten. Beim IE 7.0 kann man nicht mal die erreichte Punktzahl ablesen, so zerstört ist die Darstellung.
Mein klarer Favourit ist hier also das aktuelle WebKit von Apple, welches u.a. in Iron oder bald auch in Google Chrome zum Einsatz kommt.
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